Keine überhastete Jagdrechtsrevision über die Köpfe der Betroffenen hinweg!
Die Motion forderte vom Regierungsrat:
- die derzeit laufende Revision des kantonalen Jagdrechts (JaV, WSV und JaDV) zu stoppen und sich strikt auf die Umsetzung des am 1. Februar 2025 in Kraft getretenen eidgenössischen Jagdrechts (JSG, JSV) zu beschränken;
- für weitergehende Änderungen einen Prozess zu gewährleisten, der den ordentlichen Einbezug aller interessierten Kreise sicherstellt.
Die Motion wurde in der Folge vom Büro des Grossen Rats für dringlich erklärt, was eine Behandlung in der Sommersession von Juni 2026 erforderlich machte.
Am 13. Mai 2026, also noch unter Regierungsrat Ammann, schlug der Regierungsrat dem Grossen Rat vor, die Motion stattdessen in ein unverbindliches Postulat umzuwandeln. Der Regierungsrat ist der Meinung, dass ein «breit angelegter Meinungsbildungsprozess stattgefunden» habe und dass der «ordentliche Einbezug aller interessierten Kreise im Rechtsetzungsverfahren … folglich sichergestellt» wurde.
Inhaltlich führt der Regierungsrat aus:
- Der Start der Jagdzeit auf die Gämse soll beim 10. September belassen werden.
- Die traditionelle Rehjagd soll im heutigen Umfang erhalten bleiben, auch wenn diese künftig eine Woche später starten soll.
- Weiter soll die Gesamtzahl der Jagdtage beim Rothirsch von heute 46 auf neu 60 Tage und beim Reh von heute 18 bis 20 Tage auf 28 Tage erhöht werden.
- Auch beim Kormoran und beim Wildschwein soll die Gesamtzahl der Jagdtage beibehalten werden.
- Die Inkraftsetzung der revidierten Verordnungen wird auf das Jahr 2027 verschoben.
Am 10. Juni 2026 erfolgte die Diskussion im Grossen Rat. Es war das erste Geschäft, das der neue Direktor der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, Regierungsrat Raphael Lanz, vor dem Grossen Rat vertreten durfte.
Schlussendlich folgte der Grosse Rat dem Regierungsrat und lehnte die verbindliche Motion ab und stimmte dem unverbindlichen Postulat zu. Immerhin wurde die sofortige Abschreibung des Postulats abgelehnt.
Es ist derzeit zu früh, das Geschäft politisch zu bewerten. Dies werden wir erst können, wenn wir die Texte des neuen Rechts vorliegen haben.
Der Vorstand des PJVS dankt Grossrat Hans Schori und allen anderen Mitstreitern für ihre Unterstützung in diesem sehr wichtigen Geschäft!