Themenabend "Fangschuss, Abfangen, Pirschzeichen"
Das Thema «Fangschuss, Abfangen und Pirschzeichen» stiess bereits im Vorfeld auf grosses Interesse. Innert kurzer Zeit meldete sich eine erfreulich grosse Zahl an Mitgliedern an, sodass schliesslich 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den spannenden Themenabend vom Mittwoch, 20. Mai 2026, im Schiessstand Grüebli von Glauser in Lyss besuchten.
Unter der äusserst fachkundigen Leitung der Wildhüter Michael Rudin und Reto Hässig erlebten Jäger und Jungjäger einen lehrreichen und praxisnahen Abend. Durch das Beschiessen von Rehen auf unterschiedliche Distanzen, sowohl mit Kugel als auch mit Schrot, wurde eindrücklich aufgezeigt, welche Pirschzeichen entstehen und wie sich diese je nach Distanz und Trefferlage verändern.
Dabei wurde den Anwesenden klar vor Augen geführt, wie wichtig es ist, bei nicht im Feuer liegendem Wild unverzüglich die NASU oder die Wildhut beizuziehen. Bereits wenige, teils kaum sichtbare Schweiss-, Knochen- oder Schnitthaarzeichen können durch unbedachtes Betreten zerstört oder verstreut werden und erschweren dadurch die Nachsuche erheblich.
Besonders bereichernd war, dass neben den umfassenden Erläuterungen und Demonstrationen der Wildhut auch das Wissen und die langjährige Erfahrung der anwesenden Nachsuchehundeführer einfliessen konnten. Dadurch erhielten die Teilnehmenden einen eindrücklichen Einblick in die anspruchsvolle Arbeit und die Herausforderungen der NASU.
Zur Sprache kam auch, dass die NASU auch bei vermeintlich kurzen Totsuchen ihren Einsatz gerne leistet. Die Nachsuchegespanne sind auf die Einsätze vorbereitet und planen ihre Bereitschaft entsprechend ein. Jeder Einsatz bringt wertvolle Erfahrung für Hund und Führer und trägt zur stetigen Weiterbildung der Gespanne bei, schliesslich steckt hinter einer erfolgreichen Nachsuche ganzjähriges intensives Training und grosse Hingabe.
Ebenso praxisnah demonstriert wurden das korrekte Antragen von Fangschüssen sowie das Abfangen mit der blanken Waffe. Die Teilnehmenden hatten dabei Gelegenheit, die gezeigten Techniken unter Anleitung selbst anzuwenden und wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln.
Von den Wildhütern wurde zudem darauf hingewiesen, dass nach jedem abgegebenen Schuss, auch wenn dieser vermeintlich deutlich abgekommen scheint, unverzüglich die Wildhut zu informieren ist. Dies hat nichts mit Misstrauen gegenüber dem Jäger oder der Jägerin zu tun, sondern entspricht vielmehr den jagdethischen Grundsätzen sowie dem Anspruch an eine waidgerechte und zeitnahe Nachsuche. Ebenso wurde betont, dass die gesamte Jagdgruppe nach einem Fehlschuss zusammenbleibt, um das betreffende Gebiet zu umstellen um das Wild möglichst rasch zur Strecke bringen zu können. Gerade dieses koordinierte Vorgehen leistet einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Nachsuche.
Ein besonderer Dank gilt den Wildhütern Michael Rudin und Reto Hässig, welche die verschiedenen Themen mit grossem Fachwissen, Engagement und eindrücklichen Demonstrationen vermittelten. Ebenfalls herzlich gedankt sei dem NASU-Team welches den Anlass mit ihren Erfahrungen bereichert hat und natürlich Waffen Glauser für das grosszügige Zurverfügungstellen des Schiessstandes Grüebli in Lyss.
Der gelungene Anlass fand bei einem vom Verein offerierten Imbiss in kameradschaftlicher und gemütlicher Runde ihren Ausklang.
Ein herzliches Weidmannsdank allen Teilnehmenden, Organisatoren und Helfern!